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Geschichte und Kulturerbej
Die 500 Schlösser, Landhäuser und schönen Wohnsitze im Herzogtum der Bourbonen verleihen dem Departement eine einzigartige Kulisse. Bekannte historische Persönlichkeiten haben hier dank ihrem politischen Talent, ihrer Kriegskunst, ihrem Geschmack für schöne Werke eine ganze Dynastie berühmt gemacht: zum Beispiel Louis II. von Bourbon, der französische Konnetabel Charles de Montpensier und Anne de Beaujeu, die Frankreich regierte.
Die sagenhafte Zeit der Bourbonen
Die heroische Zeit der Bourbonen hat auch Dörfer geprägt. Verschiedene malerische Festungen wurden im Mittelalter erbaut: zum Beispiel Bourbon-l'Archambault, die Wiege der Bourbonen-Dynastie, Billy mit der strengen militärischen Architektur im Gegensatz zur eleganten Silhouette des Château de La Palice. Der ehemalige Stadtstaat Charroux gehört heute zu den mit dem Label "Plus Beaux Villages de France" ausgezeichneten schönsten Dörfern Frankreichs und die alten Gemäuer in Verneuil-en-Bourbonnais und Hérisson erzählen heute noch von dieser Vergangenheit. Die Kirchen zeigen Kostbarkeiten der romanischen Kunst, beeinflusst durch die Architektur des Berry, Burgund und der Auvergne. Souvigny mit der imposanten Prioratskirche ist Religionshaupt-ort, „älteste Tochter Clunys“ und Grabstätte der Bourbonen. Die Kirche Saint-Désiré in Châtel-Montagne bebildert die Religionsgeschichte des Departements Allier mit den Figuren auf den Ka-pitellen und in den Wandmalereien.
Moulins, Stadt der Kunst und der Geschichte
Moulins war administrative Hauptstadt der Herzöge von Bourbon und noch heute können ver-schiedene Bauwerke aus dieser Zeit besichtigt werden: die Überreste des wichtigen herzöglichen Schlosses, die so genannte „Malcoiffée“, das erste Renaissanceschloss von Anne de Beaujeu, heu-te ein Museum, dann das Bürgerhaus Hôtel de Mora mit dem Centre de l’Illustration, der Glocken-turm Jacquemart und das berühmte Triptychon der „Glorreichen Jungfrau“. Prachtvolle private Bürgerhäuser, die so genannten „Hôtels Particuliers“, säumen weite Plätze und malerische Gäss-chen. Die ehemalige Kaserne Villars bietet dem Centre National du Costume de Scène einen angemes-senen Rahmen für die Sammlung der rund 8500 Kostüme, den Accessoires und Bühnendekorati-onen aus den wichtigsten Theatern und Opern Frankreichs. Die durch die grössten Kostümbild-ner und Dekorationskünstler geprägte Tradition der französischen Bühnenwelt wird hier in re-gelmässigen Ausstellungen zur grossen Freude des Publikums dargestellt.
Montluçon ist eine durch das Mittelalter und das XIX. Jahrhundert geprägte Stadt
In Montluçon wacht das Schloss der Herzöge von Bourbon über der charmevollen Altstatt aus dem Mittelalter. Das Quartier Saint-Pierre, die romanische Kirche aus dem XII. Jahrhundert, und die Fachwerkhäuser machen sie zu einer „Stadt der Baukunst“. Als im XIX. Jahrhundert die Me-tallkonstruktionen aufkamen, schaffte die Stadt den Übergang aus der mittelalterlichen Vergan-genheit in die industrielle Gegenwart. Sie verstand es, das vorhandene Kultur- und Kunstpotenzi-al weiter zu entwickeln, indem sie eine dynamische Theatertradition unterstützte und aus den seltsamen, modernen Konstruktionen des Architekten Diot Nutzen zog.
Vichy, die Königin der Thermalstädte
Andere Epoche, anderer Stil! Vichy ist die Königin der eleganten und schicken Thermalkurorte und blühte vor allem in der Zeit Napoléons des III. Die Stadt mit ihren Hausfassaden, geprägt durch die verschiedenen Epochen, Stile und Einflüsse anderer Kontinente, verkörpert Sorglosig-keit und Luxus. Sie hat - vielleicht dank der Vichy-Pastillen - das Ende des goldenen Zeitalters und die dunkle Zeit der deutschen Besatzung „verdauen“ können und hat die charmante Aus-strahlung einer kontinentalen „French Riviera“ oder einer genussvollen Oase zurückgewinnen können. Superlative wie „Königin der Thermalstädte“, „französisches Bayreuth“, haben seit der Belle Epoque die Geschichte des Aschenbrödels geprägt. Die Oper wurde vollkommen und stil-gerecht renoviert, die Stadtparks, die Wandelhallen, die Thermen, das Hippodrom und das Muse-um mit afrikanischer und asiatischer Volkskunst haben zur Verbreitung des guten Rufes beigetra-gen.
Centre National du Costume de Scène
Die ehemalige Kavalleriekaserne Villars wurde gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts gebaut und beherbergt heute das Nationale Museum der Theater- und Opernkostüme. Unter der Leitung von Christian Lacroix hat das Museum dank den anspruchsvollen Ausstellungen bereits einen weltweiten Ruf in der Mode- und Theaterwelt erlangt. Es enthält eine kostbare Sammlung von 8'500 Theaterkostümen, die alle aus den drei nationalen Einrichtungen stammen, aus der Bibliothèque Nationale de France (Abteilung Theaterkunst), aus der Comédie-Française und der französischen Opéra National in Paris.
Zwei grosse Kostüm-Ausstellungen und zwei Zwischenausstellungen werden jedes Jahr organi-siert. Auf diese Weise erscheint die Sammlung der mit den berühmten Namen wie Jean-Paul Gaultier, Christian Lacroix, Philippe Découfflé und weiterer Kostümbildner signierten Theater-kostüme in einem rauschenden Wirbel zur Modeschau auf der Bühne.
Berühmte Persönlichkeiten aus dem Departement Allier
Das Departement Allier verdankt seinen Prunk nicht nur der Geschichte und dem Kulturerbe, sondern auch den Künstlern, die hier geboren oder gross wurden, oder die einfach vorüberge-hend hier wohnten: Théodore de Banville, Valery Larbaud, Georges Simenon, James Joyce, René Fallet, Sandrine Bonnaire, Audrey Tautou, Richard Bohringer, und in Moulins Gabrielle Chanel, die hier die Modebranche und die Männer entdeckte und den Übernamen Coco erhielt.
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